Ab wann WhatsApp, TikTok und Instagram?
Kurz gesagt
- Die meisten sozialen Netzwerke erlauben die Nutzung ab 13: WhatsApp, Instagram, TikTok, Snapchat, Facebook, Pinterest, ChatGPT. Ab 16 sind es in Deutschland YouTube und Discord, Telegram sogar erst ab 18.
- Es gibt drei verschiedene Altersangaben: das Mindestalter des Anbieters, die Einwilligung nach DSGVO (in Deutschland 16) und die Alterskennzeichnung im App-Store. Sie passen oft nicht zusammen.
- In Deutschland gibt es kein gesetzliches Mindestalter für soziale Medien. Eine Expertenkommission hat im Juni 2026 Vorschläge gemacht, ein Gesetz gibt es noch nicht.
- Das Alter wird bei der Anmeldung oft nur abgefragt. Mehrere Anbieter schätzen es inzwischen per KI und fragen im Zweifel nach einem Nachweis.
„Ab wann darf mein Kind WhatsApp?“ Die kurze Antwort lautet bei den meisten Apps: laut Anbieter ab 13. Die lange Antwort ist komplizierter, weil drei verschiedene Zahlen herumgeistern und sich die Regeln gerade laufend ändern. Diese Seite ordnet das und zeigt in einer Tabelle, was für die wichtigsten Apps gilt.
Drei Altersangaben, die du auseinanderhalten solltest
- Das Mindestalter des Anbieters. Es steht in den Nutzungsbedingungen, und der Anbieter legt es selbst fest. Meist 13 Jahre.
- Das Einwilligungsalter nach Datenschutzrecht. Artikel 8 der DSGVO regelt, ab wann ein Kind selbst in die Verarbeitung seiner Daten einwilligen kann. Deutschland hat keine eigene Grenze festgelegt, deshalb gilt 16. Das greift aber nur, wenn der Anbieter die Datenverarbeitung auf eine Einwilligung stützt, und ist deshalb keine allgemeine Altersgrenze für Apps.
- Die Alterskennzeichnung im App-Store. Sie bewertet die Inhalte, nicht die Vertragsregel des Anbieters. Bei Google Play vergibt die USK die Kennzeichen, Apple hat eigene Stufen.
Dazu kommt das Vertragsrecht: Kinder unter sieben können keine Verträge schließen, zwischen sieben und 17 brauchen sie für Verträge, die ihnen nicht nur Vorteile bringen, die Zustimmung der Eltern.
Die wichtigsten Apps im Überblick
| App | Mindestalter laut Anbieter | Elternfunktion |
|---|---|---|
| 13 (2024 von 16 gesenkt) | Seit August 2026 in den Bedingungen: von Eltern verwaltete Konten für Jüngere, sofern im Land verfügbar | |
| 13 | Teen-Konten, Elternaufsicht | |
| 13 | Teen-Konten, Elternaufsicht | |
| TikTok | 13 | Begleiteter Modus |
| Snapchat | 13 | Family Center |
| BeReal | 13 | keine gefunden |
| 13, Zustimmung der Eltern bis 18 | Jugendschutz-PIN | |
| YouTube | 16 in Deutschland, jünger mit Elternkonto | YouTube Kids, Kinderkonto, Teenagerkonto |
| Discord | 16 in Deutschland | Family Center |
| Telegram | 18 in der EU | keine |
| Twitch | 13, bis 18 nur unter Aufsicht der Eltern | keine belegt |
| X (Twitter) | 13 | keine |
| 13 | keine belegt | |
| Roblox | kein festes Alter, Minderjährige nur mit Zustimmung der Eltern | Elternkonto mit Kindersicherung, Chat nur nach Altersprüfung |
| Fortnite / Epic Games | kein festes Alter, eingeschränktes Konto für Jüngere | Kindersicherung mit PIN |
| Minecraft | kein festes Alter, Microsoft-Kinderkonto unter 16 | Microsoft Family Safety |
| Brawl Stars, Clash (Supercell) | kein festes Alter, Zustimmung der Eltern bis 18 | Sperren über das Gerät |
| ChatGPT | 13, Zustimmung der Eltern bis 18 | Kindersicherung |
| character.ai | 16 im EWR | Parental Insights |
Ratgeberseiten nennen teils andere Zahlen, etwa eine Zustimmungspflicht der Eltern unter 16 bei WhatsApp oder TikTok. In den Nutzungsbedingungen dieser Anbieter steht das nicht. Die Tabelle folgt den Anbietern selbst, Stand der Prüfung siehe unten.
Was passiert, wenn ein Kind jünger ist
Die Anbieter reagieren unterschiedlich: Instagram und Facebook löschen gemeldete Konten ohne Altersnachweis, TikTok sperrt und löscht im EWR nach 187 Tagen ohne Widerspruch, Snapchat löscht Konten von unter 13-Jährigen, Discord sperrt, bis ein Altersnachweis vorliegt. Spiele wie Fortnite oder Brawl Stars stufen auf eingeschränkte Kinderkonten zurück. Eine Strafe für Kinder oder Eltern, weil ein Kind jünger ist als in den Bedingungen verlangt, sieht das Gesetz nicht vor.
Viele Kinder geben bei der Anmeldung einfach ein falsches Geburtsjahr an. Das hat eine Nebenwirkung, die Eltern kennen sollten: Dann greifen genau die Schutzfunktionen nicht, die die Plattformen für Minderjährige eingebaut haben, etwa private Profile oder Beschränkungen bei Nachrichten von Fremden.
Altersprüfung kommt
2025 und 2026 haben viele Anbieter begonnen, das Alter nicht nur abzufragen, sondern zu schätzen: Instagram, TikTok, YouTube, X, Reddit, Roblox und ChatGPT nutzen dafür Signale aus dem Konto, im Zweifel ein Selfie oder einen Ausweis. Parallel dazu hat die EU-Kommission im Juli 2025 Leitlinien zum Schutz Minderjähriger nach dem Digital Services Act veröffentlicht. Sie verlangen unter anderem private Konten für Minderjährige als Voreinstellung und abgeschaltete suchtfördernde Funktionen wie Autoplay und Streaks.
Kommt ein gesetzliches Mindestalter?
Stand September 2026 gibt es in Deutschland keins. Die Expertenkommission des Bundesfamilienministeriums hat im Juni 2026 zwei Wege vorgeschlagen: entweder ein gesetzliches Mindestalter von 13 Jahren mit wirksamer Altersprüfung und abgestuftem Schutz bis 18, oder statt einer Altersgrenze Beschränkungen je nach Risiko einzelner Funktionen wie algorithmischer Feeds, offener Kontaktfunktionen oder Livestreams. Pauschale Grenzen von 15 oder 16 hält sie für zu kurz gegriffen. Bundesfamilienministerin Karin Prien hat sich für 13 ausgesprochen und setzt auf eine europäische Lösung. Einen Gesetzentwurf gibt es noch nicht.
Auf EU-Ebene hat das Europäische Parlament im November 2025 ein Mindestalter von 16 gefordert, zwischen 13 und 16 mit Zustimmung der Eltern. Das ist rechtlich nicht bindend. Die EU-Kommission hat Vorschläge angekündigt.
Was heißt das für dich?
Die Altersgrenzen sind ein Anhaltspunkt, keine pädagogische Empfehlung. klicksafe rät, sie ernst zu nehmen und mit dem Kind zu besprechen, warum eine App noch nicht passt.
- Vor der Anmeldung gemeinsam hinschauen: Was kann die App, wer kann meinem Kind schreiben, was sieht es?
- Das richtige Geburtsdatum eintragen, damit die Schutzfunktionen für Minderjährige greifen.
- Elternfunktionen nutzen, wo es sie gibt, und sie gemeinsam einrichten.
- Die Kindersicherung des Geräts ergänzt die App: Bildschirmzeit am iPhone oder Family Link auf Android.
- Mit dem Alter lockern und die Regeln im Mediennutzungsvertrag festhalten.
Einzelne Apps im Detail: YouTube kindersicher machen, WhatsApp für Kinder, TikTok und der Begleitete Modus, Roblox kindersicher einstellen und Fortnite.
Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 14.09.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).
Quellen
- DSGVO Art. 8: Bedingungen für die Einwilligung eines Kindes
- klicksafe: Mindestalter von Apps und Diensten
- SCHAU HIN!: Ab welchem Alter sind Instagram, YouTube und Co. erlaubt?
- WhatsApp: Nutzungsbedingungen für den EWR
- Instagram: Teen-Konten
- Instagram-Hilfe: Konten von Kindern unter 13 melden
- TikTok: Nutzungsbedingungen EWR
- TikTok: Widerspruch bei Sperre wegen Mindestalter
- Snapchat-Hilfe: Mindestalter für die Nutzung von Snapchat
- BeReal: Nutzungsbedingungen
- Pinterest-Hilfe: Altersanforderungen
- Discord-Hilfe: Warum fragt Discord nach meinem Geburtstag?
- Telegram: Terms of Service EU
- Twitch: Nutzungsbedingungen
- Reddit: User Agreement
- Roblox: Nutzungsbedingungen
- Epic Games: Richtlinie für junge Spieler
- Minecraft: Elternratgeber
- Supercell: Informationen für Eltern
- OpenAI: Nutzungsbedingungen
- OpenAI: Kindersicherung für ChatGPT
- EU-Kommission: Leitlinien zum Schutz Minderjähriger (14.07.2025)
- BMBFSFJ: Kurzfassung der Handlungsempfehlungen der Expertenkommission (PDF, 24.06.2026)
- BMBFSFJ: Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt besser schützen (24.06.2026)
- § 107 BGB Einwilligung des gesetzlichen Vertreters