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TikTok: Kindersicherung und begleiteter Modus

Von Daniel Weihmann · aktualisiert am 14.09.2026

Kurz gesagt

  • TikTok ist ab 13 erlaubt. Konten von 13- bis 17-Jährigen sind voreingestellt privat und haben ein Tageslimit von 60 Minuten. Unter 16 gibt es keine Direktnachrichten.
  • Die meisten Voreinstellungen kann dein Kind aber selbst ändern. Feste Grenzen setzt du nur mit dem Begleiteten Modus, der dein Konto mit dem deines Kindes verknüpft.
  • LIVE-Streams hosten, Geschenke, Münzen und TikTok Shop gibt es erst ab 18. Alles hängt am richtigen Geburtsdatum, geprüft wird es bei der Anmeldung nicht.
  • Die EU-Kommission hat 2026 vorläufig beanstandet, dass TikTok süchtig machend gestaltet ist und Minderjährige nicht ausreichend schützt.

TikTok ist die App, bei der man „nur kurz“ reinschaut und eine Stunde später noch da ist. Das liegt am „Für dich“-Feed, der endlos Videos nachlädt, abgestimmt auf das, was dein Kind sich ansieht. Diese Seite zeigt, was TikTok für Jugendliche schon voreinstellt, wie du den Begleiteten Modus einrichtest und worüber ihr sprechen solltet.

Die Menüpfade stammen aus der deutschen TikTok-Hilfe. TikTok baut die App häufig um, einzelne Bezeichnungen können abweichen. Das Mindestalter und die Nutzungsbedingungen erklärt die Seite Altersgrenzen von Apps. Eine Kinderversion für unter 13-Jährige bietet TikTok nur in den USA an, nicht in Deutschland.

Was TikTok für Jugendliche voreinstellt

Funktion13 bis 1516 und 17
Kontoprivat, änderbarprivat, änderbar
Direktnachrichtennicht verfügbarmöglich, einstellbar
Kommentare unter eigenen Videosnur Freund*innenstandardmäßig alle bei öffentlichem Konto
Duett, Stitch, Download der eigenen Videos durch anderenicht möglichnur bei öffentlichem Konto, teils einschaltbar
Im „Für dich“-Feed andererneinja, wenn öffentlich
Tageslimit60 Minuten60 Minuten
Push-Nachrichten stumm21 bis 8 Uhr22 bis 8 Uhr
LIVE hosten, Geschenke, Münzen, Shopneinnein

Auch bei privatem Konto sind Spitzname, Anmeldename und Profilfoto laut TikTok immer für alle sichtbar. Wähl mit deinem Kind deshalb einen Namen ohne Nachnamen, Wohnort oder Schule und ein Profilbild, auf dem es nicht erkennbar ist.

Den Begleiteten Modus einrichten

Mit dem Begleiteten Modus legst du von deinem Handy aus Grenzen fest, die dein Kind nicht aufheben kann. Du brauchst dafür ein eigenes TikTok-Konto. Du kannst es nur für die Verknüpfung anlegen und musst selbst nichts posten.

  1. In deiner TikTok-App auf Profil tippen, dann oben auf das Menü ☰ und Einstellungen und Datenschutz > Begleiteter Modus.
  2. „Fortfahren“ und „Elternteil“ wählen.
  3. Am Handy deines Kindes denselben Weg gehen und „Teenager*in“ wählen.
  4. Den Anweisungen zum Verknüpfen folgen.
  5. Danach wählst du in deinem Begleiteten Modus das Konto deines Kindes und legst die Einstellungen fest.

Was du im Begleiteten Modus steuerst

EinstellungWas sie bewirkt
Tägliche BildschirmzeitLimit für alle Geräte deines Kindes. Weiter geht es nur mit einem Code, den du bekommst
Auszeiten festlegenFeste Tage und Uhrzeiten ohne TikTok, etwa während der Hausaufgaben. Dein Kind kann um mehr Zeit bitten
Push-Benachrichtigungen stummschaltenZusätzliche Ruhezeiten zu den Nachtzeiten
Eingeschränkter ModusWeniger Inhalte für Erwachsene, etwa sexuelle Anspielungen, Gewalt oder Drogen
Stichwörter filternWörter und Hashtags aus dem Feed ausblenden
SucheSuche nach Videos, Hashtags und LIVE sperren
AuffindbarkeitKonto privat halten. Stellt dein Kind auf öffentlich, kannst du das rückgängig machen
KommentareWer kommentieren darf, bis zum Abschalten
DirektnachrichtenWer schreiben darf, relevant ab 16
InteraktionenFollower, gefolgte und blockierte Konten einsehen
Bildschirmzeit-DashboardNutzungszeit und wie oft TikTok geöffnet wurde, für die letzten vier Wochen

Nachrichten und Videos deines Kindes siehst du im Begleiteten Modus nicht. Meldet dein Kind einen Inhalt oder ein Konto, kann es dich darüber informieren, automatisch passiert das nicht. Laut TikTok verhindern Eingeschränkter Modus und Tageslimit im Begleiteten Modus außerdem, dass sich dein Kind einfach abmeldet oder das Konto wechselt.

Auch ohne Begleiteten Modus sinnvoll

  • Eingeschränkter Modus: Einstellungen und Datenschutz > Inhaltspräferenzen > Eingeschränkter Modus. Beim Einschalten wird ein Code festgelegt. Den solltest du wählen, nicht dein Kind.
  • Stichwörter filtern: im selben Menü, bis zu 100 Wörter oder Hashtags. TikTok filtert nach der Beschreibung eines Videos. SCHAU HIN! weist darauf hin, dass Nutzer Filter mit abgewandelten Schreibweisen umgehen.
  • „Nicht interessiert“: Ein Video gedrückt halten und „Nicht interessiert“ wählen. Unter „Details“ lassen sich einzelne Hashtags ausschließen.
  • Feed neu starten: Unter Inhaltspräferenzen > Deinen „Für dich“-Feed aktualisieren fängt die Empfehlung von vorne an. Hilfreich, wenn sich der Feed in eine ungute Richtung entwickelt hat.
  • Personalisierung aus: Unter Inhaltspräferenzen > Personalisierte Feeds zeigt TikTok statt „Für dich“ nur noch beliebte Videos aus Region und Welt.

Worüber ihr sprechen solltet

Der Sog des Feeds

Die EU-Kommission hat im Februar 2026 vorläufig festgestellt, dass endloses Scrollen, Autoplay, Push-Nachrichten und das stark personalisierte Empfehlungssystem süchtig machend gestaltet sind. Im Juli 2026 beanstandete sie vorläufig, dass Minderjährige ihre Konten öffentlich stellen und Videos von 16- und 17-Jährigen allen empfohlen werden können. Beides sind vorläufige Feststellungen im laufenden Verfahren nach dem Digital Services Act, noch keine Entscheidung.

Meine Einschätzung: Dein Kind kann nichts dafür, dass es schwer fällt aufzuhören. Das ist so gebaut. Genau das offen zu sagen, hilft oft mehr als ein Vorwurf. Feste Zeiten und die Auszeiten im Begleiteten Modus nehmen den täglichen Streit aus der Sache. Wie viel Zeit zum Alter passt, steht unter Wie viel Bildschirmzeit ist okay?, und wann es zu viel wird, unter Handysucht bei Kindern.

Challenges

TikTok entfernt nach eigenen Regeln Challenges, die ernsthaften Schaden anrichten können. Trotzdem tauchen sie auf. SCHAU HIN! beschreibt, dass Algorithmen spektakuläre Mutproben mit Reichweite belohnen, und rät: Interesse zeigen, gemeinsam hinterfragen, Regeln vereinbaren und bei Berichten über neue Challenges Ruhe bewahren statt Panik zu verbreiten.

Werbung, Shop und Geld

Seit März 2025 gibt es in Deutschland den TikTok Shop: Produkte lassen sich direkt aus Videos und Livestreams kaufen. Laut TikTok ist das erst ab 18 möglich, ebenso Münzen, mit denen man Creatorn in Livestreams Geschenke schickt. klicksafe berichtet von dreistelligen Beträgen bei Münzen. Beide Grenzen greifen aber nur bei richtigem Geburtsdatum. SCHAU HIN! rät, keine Zahlungsmittel auf dem Kinderhandy zu hinterlegen. Wie das geht, steht unter In-App-Käufe deaktivieren.

Eigene Videos und andere im Bild

Wer andere Personen filmt und das Video postet, braucht deren Erlaubnis, erinnert klicksafe. Und auch die Downloadsperre für 13- bis 15-Jährige lässt sich laut klicksafe mit externen Programmen umgehen. Was einmal online war, kann also woanders auftauchen. klicksafe nennt außerdem Cybermobbing, Hassrede und Cybergrooming als Risiken. Mehr dazu unter Cybermobbing und Cybergrooming.

Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 14.09.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).

Quellen