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Bildschirmzeit am iPhone für Kinder einrichten

Kurz gesagt

  • Am besten richtest du die Bildschirmzeit vom eigenen iPhone aus über die Familienfreigabe ein. Dann kann dein Kind die Regeln nicht selbst ändern.
  • Die vier Bausteine: Zeitplan (Ruhezeiten, die frühere „Auszeit“ steckt jetzt darin), Nutzungszeiten (Tageskontingente, früher „App-Limits“), Erlaubte Kontakte (wer schreiben darf) und Beschränkungen (Inhalte und Käufe).
  • Ohne einen Bildschirmzeit-Code, den dein Kind nicht kennt, ist alles nur eine Empfehlung.
  • In Deutschland braucht ein Kind unter 16 einen Apple Account, der zu einer Familienfreigabe gehört.

Die Bildschirmzeit ist Apples eingebaute Kindersicherung. Sie steckt in jedem iPhone und iPad, kostet nichts und reicht für die meisten Familien völlig aus. Der Haken: Es gibt viele Schalter, und ein paar davon entscheiden, ob die Regeln halten oder ob dein Kind nach zwei Tagen den Weg drumherum gefunden hat.

Vorher: Familienfreigabe und Kinder-Account

Du kannst die Bildschirmzeit direkt auf dem Gerät deines Kindes einschalten. Apple empfiehlt aber den Weg über die Familienfreigabe, und das aus gutem Grund: Du stellst alles am eigenen iPhone ein, dein Kind fragt dich per Nachricht nach mehr Zeit oder einer App, und der Code liegt nicht auf seinem Gerät.

Für Deutschland gilt: Wer unter 16 ist, kann keinen Apple Account ohne Zustimmung der Eltern anlegen, der Account muss zu einer Familienfreigabe gehören. Der Organisator der Familie muss volljährig sein.

  1. Auf deinem iPhone Einstellungen > [dein Name] > Familie öffnen und die Familienfreigabe einrichten, falls noch nicht geschehen.
  2. Unter Einstellungen > Familie auf Mitglied hinzufügen tippen und einen Account für ein Kind erstellen. Hat dein Kind schon einen Account, wählst du Personen einladen.
  3. Das richtige Geburtsdatum eintragen. Davon hängen die altersgerechten Standards ab, zum Beispiel Webfilter und Warnungen vor Nacktbildern.
  4. Ein neues Kinder-iPhone kannst du per Schnellstart einrichten: dein iPhone danebenhalten und den Anweisungen folgen. Dabei wählst du aus, welche Apps dein Kind zu Beginn nutzen darf.

Bildschirmzeit für dein Kind einschalten

  1. Auf deinem iPhone Einstellungen > Familie öffnen und auf den Namen deines Kindes tippen. Nach dem Update lädt Apple dich mit „Los gehts“ ein, die Kindersicherung für dein Kind einzurichten.
  2. Den Assistenten durchgehen: Inhalte (Websites und Altersfreigaben), erlaubte Kontakte, Zeitplan, Schulzeit, Nutzungszeiten und Code festlegen.
  3. Wichtig: Unter Einstellungen > Familie > [Kind] > Bildschirmzeit verwalten einen eigenen Bildschirmzeit-Code festlegen. Nimm nicht den Entsperrcode deines Handys und nichts, was dein Kind erraten kann.
  4. Hat dein Kind mehrere Apple-Geräte, übertragen sich deine Einstellungen laut Apple automatisch auf alle Geräte des Kindes, soweit die Funktion dort verfügbar ist.

Die vier Bausteine

Zeitplan (früher Auszeit): Ruhezeiten festlegen

Im Zeitplan legst du fest, wann welche Apps verfügbar sind. Außerhalb dieser Zeiten werden die meisten Apps und Mitteilungen pausiert, nur Apps und Kontakte unter „Immer erlaubt“ bleiben nutzbar. Typisch ist die Nacht, manche Familien nehmen auch die Hausaufgabenzeit dazu. Du findest den Zeitplan unter Einstellungen > Familie > [Kind] > Zeitplan für Bildschirmzeit: „Zeitplan“ einschalten, „Zeitplan hinzufügen“ tippen und die Tage wählen. Wochentage und Wochenende stellst du getrennt ein, auch mit Zeitfenstern wie „Vor der Schule“, „Schule“ und „Nach der Schule“.

Nutzungszeiten (früher App-Limits): Tageskontingente

Unter Einstellungen > Familie > [Kind] > Nutzungszeiten tippst du auf „Hinzufügen“ und folgst den Anweisungen. Du legst eine Gesamtzeit pro Tag fest und verteilst sie auf die Kategorien Unterhaltung, Spiele und Soziale Medien; Apple zeigt dazu Empfehlungen, die zum Alter deines Kindes passen. Apps ohne Kategorie bekommen unter „Zusätzliche Nutzungszeiten“ ein eigenes Limit. Die Zeiten lassen sich je Zeitplan anpassen, am Wochenende also gern etwas großzügiger.

Ist das Limit erreicht, kann dein Kind mehr Zeit anfordern. Die Anfrage landet bei dir in Nachrichten, und du antwortest mit 15 Minuten, einer Stunde, dem ganzen Tag oder einem Nein.

Kommunikationslimits: wer schreiben und anrufen darf

Unter Einstellungen > Familie > [Kind] > Erlaubte Kontakte legst du fest, ob dein Kind nur mit Kontakten, mit Gruppen, in denen mindestens ein Kontakt ist, oder mit allen telefonieren und schreiben darf („Während der Bildschirmzeit“). Für Zeiten, in denen das Gerät pausiert oder nicht verfügbar ist, gibt es eine eigene Einstellung. Das gilt für Telefon, FaceTime und Nachrichten, nicht für WhatsApp und andere fremde Apps.

Mit iOS 27 muss dein Kind außerdem fragen, bevor es mit einer neuen Person schreibt oder telefoniert; du genehmigst die Person erst. Du kannst wählen, ob alle Gruppenmitglieder oder ein genehmigter Kontakt genügt. Bei Kindern bis 13 ist das ab Werk an (Alter je nach Land). Unter „Kontakte von [Kind] verwalten“ pflegst du die Kontaktliste auf deinem eigenen Gerät.

Beschränkungen: Inhalte, Apps und Käufe

Unter Einstellungen > Familie > [Kind] steckt der Rest, in den Zeilen „Beschränkungen“ (bei Apple teils „Inhalts- und Datenschutzbeschränkungen“) und „Apps & Websites“:

  • Websites: Unter „Apps & Websites“ > „Beschränkungen“ > „Websites“ > „Filtern“ wählst du „Nur jugendfreie Websites“, „Nur genehmigte Websites“ oder „Unbeschränkt“. Für Kinder unter 18 ist „Nur jugendfreie Websites“ ab Werk aktiv, bei Kindern unter 13 fragt dein Kind vor jeder neuen Website.
  • Altersfreigabe für Apps: Seit iOS 26 gibt es die Stufen 4+, 9+, 13+, 16+ und 18+. Apps oberhalb der Stufe sieht dein Kind im App Store gar nicht. Um eine einzelne App darüber kann es dich bitten.
  • Andere Funktionen: Unter „Inhalts- und Datenschutzbeschränkungen“ > „Andere Funktionen“ blendest du eingebaute Apps und Funktionen aus, zum Beispiel die Kamera für ganz Kleine, AirDrop oder CarPlay.
  • Änderungen an Einstellungen zulassen: Blockiere unter „Inhalts- und Datenschutzbeschränkungen“ > „Änderungen an Einstellungen zulassen“ die Einträge „Face ID & Code“ und „Accounts“. Das schließt die häufigsten Schlupflöcher, siehe unten.

Die Kaufanfrage schaltest du unter Einstellungen > Familie > [Kind] > Kaufanfrage ein. Dann fragt dein Kind vor jedem Kauf, jedem Gratis-Download und jedem In-App-Kauf.

Was ab Werk schon an ist

Seit iOS 26 schaltet Apple für alle unter 18 automatisch den Webfilter und die Kommunikationssicherheit ein. Letztere erkennt Nacktbilder und, neu mit iOS 27, auch blutige und gewalttätige Darstellungen in Nachrichten, AirDrop, FaceTime und einigen anderen Apps direkt auf dem Gerät, macht sie unscharf und bietet Hilfe an. Bei Kindern unter 13 lässt sich so ein Bild nur mit deinem Code ansehen. Apple erfährt davon nichts, und du auch nicht automatisch.

Bei Kindern unter 13 ist außerdem die Bildschirmentfernung aktiv: Hält dein Kind das iPhone länger näher als etwa 30 Zentimeter vors Gesicht, legt sich eine Warnung über den Bildschirm.

Code vergessen?

Hast du die Bildschirmzeit über die Familienfreigabe eingerichtet, ist das schnell gelöst: Auf deinem iPhone Einstellungen > Familie > [Kind] > Bildschirmzeit verwalten > Bildschirmzeit-Code ändern. Abgefragt wird dann dein Entsperrcode oder Face ID, nicht der alte Bildschirmzeit-Code.

Wurde die Bildschirmzeit direkt am Gerät eingerichtet, brauchst du den Apple Account, mit dem der Code damals gesichert wurde.

Wenn dein Kind die Regeln umgeht

Kinder tauschen sich aus, und die bekannten Lücken sprechen sich schnell herum. Die wichtigsten, und was dagegen hilft:

Was passiertWas hilft
Die Limit-Erinnerung wird einfach weggetipptEinen Code setzen. Bei iOS 27 pausiert der Zeitplan die meisten Apps und Mitteilungen, bei iOS 26 zusätzlich Zur Auszeit blockieren einschalten
Der Code wurde abgeschautCode ändern. Unter „Bildschirmzeit verwalten“ siehst du bei „Zuletzt benutzt“, wann der Code zuletzt eingegeben wurde. Seit iOS 18.5 bekommst du außerdem eine Mitteilung, wenn der Code am Kindergerät eingegeben wird
Das Gerät wird zurückgesetzt oder ein anderer Account angemeldetUnter „Änderungen an Einstellungen zulassen“ „Face ID & Code“ und „Accounts“ blockieren
Ein zusätzlicher Browser oder eine getarnte App wird installiertKaufanfrage einschalten, Webinhalt für Jüngere auf „Nur genehmigte Websites“
Videos laufen über den eingebauten Browser anderer AppsApps mit freiem Internetzugang über die Altersfreigabe sperren
Das Tablet der Eltern wird genutztEigene Geräte mit eigenem Code schützen

Meine Einschätzung: Wenn dein Kind eine Lücke findet, ist das weniger ein Technik- als ein Gesprächsanlass. Die Einstellung schließt du in zwei Minuten, das Gespräch darüber, warum es die Regel gibt, bringt auf Dauer mehr.

Was die Bildschirmzeit nicht kann

  • Sie liest nicht mit. Du steuerst, wann und mit wem, aber nicht, was geschrieben wird. Mobbing im Chat erkennt sie nicht.
  • Fremde Apps bleiben teils außen vor. In WhatsApp, YouTube oder Spotify greifen Apples Inhaltsfilter nur begrenzt, dafür gibt es eigene Einstellungen, zum Beispiel für YouTube.
  • Alle Geräte müssen aktuell sein. Die neue Kindersicherung gibt es nur, wenn alle Geräte der Familienfreigabegruppe iOS 27, iPadOS 27 oder macOS 27 nutzen und du die Kindersicherung aktualisiert hast. Geräte, die kein Update bekommen, bleiben bei der alten Bildschirmzeit.
  • Sie ersetzt keine Absprachen. Welche Zeiten für euch passen, klärt ihr am besten gemeinsam, zum Beispiel mit einem Mediennutzungsvertrag.

Hat dein Kind ein Android-Handy? Dann ist Google Family Link das Gegenstück.

Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 11.10.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).

Quellen

Von Daniel Weihmann · aktualisiert am 11.10.2026