Kindersicherung unter Windows mit Microsoft Family Safety
Kurz gesagt
- Die Kindersicherung von Windows heißt Microsoft Family Safety. Sie ist kostenlos und läuft über eine Familiengruppe mit Microsoft-Konten.
- Dein Kind braucht ein eigenes Microsoft-Konto als Standardbenutzer. Als Administrator kann es die Einstellungen laut Microsoft ändern oder zerstören.
- Du legst Bildschirmzeit, Limits für einzelne Apps und Spiele, eine Altersgrenze für Downloads und eine Genehmigung für Käufe fest.
- Der Webfilter wirkt nur in Microsoft Edge. Andere Browser sperrt Family Safety dann. Gibst du einen frei, ist er ungefiltert.
- Standort und Fahrsicherheit hat Microsoft am 29. November 2024 abgeschaltet.
Der Familien-PC, der Laptop für die Schule: Auch unter Windows lassen sich Zeitlimits, Filter und Kaufsperren einrichten. Microsoft nennt das Family Safety. Diese Seite zeigt, wie du es einrichtest, was es kann und wo die Lücken sind.
Die Menüpfade stammen aus der deutschen Microsoft-Hilfe. Microsoft benennt einzelne Menüs auf verschiedenen Hilfeseiten unterschiedlich, am Gerät können sie leicht abweichen.
Was du brauchst
- Ein Microsoft-Konto für dich. Damit legst du die Familiengruppe an und bist dort „Organisator“.
- Ein eigenes Microsoft-Konto für dein Kind, mit dem es sich am PC anmeldet. In der Familiengruppe ist es „Mitglied“.
- Die Zustimmung eines Erwachsenen. Microsoft führt Deutschland in seiner Liste der gesetzlichen Altersgrenzen mit 18 Jahren. Bis dahin muss ein Elternteil das Konto verwalten. Beim Anlegen eines Kinderkontos meldest du dich deshalb mit an und stimmst zu.
Verwaltet wird alles im Browser unter account.microsoft.com/family oder in der App Microsoft Family Safety für Android und iPhone.
Family Safety einrichten
- Melde dich unter account.microsoft.com/family mit deinem Konto an.
- Wähle „Familienmitglied hinzufügen“, als Rolle „Mitglied“, und gib E-Mail-Adresse oder Telefonnummer deines Kindes ein. Hat es noch kein Konto, legst du eines an und meldest dich zur Zustimmung mit an.
- Dein Kind bekommt eine E-Mail mit einem Link, meldet sich an und nimmt die Einladung an.
- Verbinde den PC: Dein Kind meldet sich mit seinem Microsoft-Konto an Windows an. Dann öffnest du Einstellungen > Konten > Familie, wählst dein Kind und tippst auf „Zulassen“. Erst wenn das Gerät verbunden ist, greifen die Zeitlimits.
- Stell das Konto deines Kindes auf Standardbenutzer: Einstellungen > Konten > Andere Benutzer > Konto des Kindes > Kontotyp ändern.
Wenn du selbst den PC nutzt, trag dich nicht als Mitglied in die Gruppe ein. Laut Microsoft können Erwachsene, die Mitglied sind, die Einstellungen des Organisators derzeit nicht selbst abschalten.
Was du einstellen kannst
| Funktion | Was sie macht |
|---|---|
| Bildschirmzeit | Zeitfenster und Gesamtzeit pro Tag, je Gerät für Windows und Xbox |
| App- und Spielelimits | tägliche Dauer und erlaubte Zeiten für einzelne Apps und Spiele, auch auf Android |
| App blockieren | einzelne Apps ganz sperren |
| Altersgrenze | Apps und Spiele über der Altersgrenze nur mit deiner Erlaubnis. Gilt auf Windows und Xbox |
| Web- und Suchfilter | blockiert unpassende Seiten und filtert die Bing-Suche, nur in Microsoft Edge |
| Käufe | „Genehmigung für jeden Kauf erforderlich“ und Benachrichtigung über jeden Kauf |
| Aktivitätsberichte | Bildschirmzeit, genutzte Apps und Spiele, Websuche |
Bildschirmzeit festlegen
Im Browser öffnest du unter account.microsoft.com/family die Kachel deines Kindes, wählst die Registerkarte „Windows“ und einen Tag. Dort legst du Zeitraum und Gesamtzeit fest und kannst das auf weitere Tage übertragen. Fehlen die Grenzen, wählst du zuerst „Beschränkungen aktivieren“.
Wichtig zu wissen: Die Zeit läuft, solange dein Kind angemeldet ist, auch wenn es gerade nichts tut. Microsoft nennt das Beispiel eines Kindes, das sich bei einem Limit von zwei Stunden anmeldet und den PC liegen lässt: Nach zwei Stunden ist es gesperrt, im Bericht steht aber nur eine Minute.
Webfilter einschalten
Im Microsoft-Konto unter Family Safety wählst du dein Kind, dann den Bereich für Microsoft Edge und den Schalter „Unangemessene Websites und Suchvorgänge filtern“. Eigene Seiten trägst du unter „Blockierte Websites“ und „Zugelassene Websites“ ein. Für jüngere Kinder gibt es die strengere Einstellung „Nur zulässige Websites verwenden“.
Käufe absichern
In der Family-Safety-App tippst du auf dein Kind, scrollst nach unten zu Ausgaben verwalten und schaltest „Genehmigung für jeden Kauf erforderlich“ ein. Du kannst dem Konto deines Kindes auch Guthaben geben. Damit kauft es selbst, kann aber nicht überziehen. Für Käufe über seiner Altersgrenze braucht es immer deine Genehmigung. Wie das auf der Xbox aussieht, steht unter Kindersicherung für PlayStation und Xbox.
KI-Apps sperren
Microsoft beschreibt in der Hilfe auch, wie du Copilot und andere KI-Apps sperrst: unter „Apps, Features und Spiele“ die App blockieren und die Webseiten der Chatbots unter „Blockierte Websites“ eintragen. Als Beispiele nennt die Hilfe neben copilot.microsoft.com unter anderem chat.openai.com, gemini.google.com und claude.ai.
Was Microsoft abgeschaltet hat
Am 29. November 2024 hat Microsoft Standortfreigabe, Standortwarnungen und Fahrsicherheit aus Family Safety entfernt. Als Grund nannte Microsoft, dass die digitalen Funktionen deutlich mehr genutzt würden. Ältere Anleitungen, die eine Ortung von Kindern über Family Safety beschreiben, sind also überholt. Wer den Standort mit dem Kind teilen möchte, findet Möglichkeiten unter GPS-Tracker für Kinder.
Wo die Kindersicherung an Grenzen stößt
- Andere Konten: Die Limits hängen am Konto deines Kindes und an verbundenen Geräten. Meldet es sich mit einem anderen Konto am PC an, gelten sie dort nicht, denn Microsoft wendet sie nur auf Konten der Familiengruppe an. Sichere deshalb dein eigenes Konto mit einem Passwort, das dein Kind nicht kennt. Das rät auch Microsoft.
- Administratorrechte: Ein Kind mit Administratorkonto kann die Einstellungen ändern. Bleib beim Standardbenutzer.
- Andere Browser: Ein freigegebener Browser ist ungefiltert.
- Webversionen von Apps: Zeitlimits für Apps gelten nicht für deren Webseiten. Microsoft rät, in den App-Einstellungen „ähnliche Websites blockieren“ zu nutzen.
Wie Kinder solche Lücken finden und wie du darauf reagierst, ohne aufzurüsten, beschreiben die Seiten Family Link umgangen? und Bildschirmzeit umgangen?. Die Gedanken dort gelten für Windows genauso.
Ohne Microsoft-Konto?
Windows erlaubt auch lokale Konten ohne Microsoft-Konto. Ein lokales Standardkonto trennt zwar Dateien und Rechte, Zeitlimits, Filter und Berichte von Family Safety laufen aber über das Microsoft-Konto. Eine gleichwertige Kindersicherung ist das also nicht.
Ergänzen kannst du den Schutz im Heimnetz: Eine FRITZ!Box kann Zeiten und Seiten je Gerät begrenzen, siehe Kindersicherung im Router. Ein Router-Filter wirkt aber nur im eigenen WLAN. Wie du die Suche absicherst, steht unter SafeSearch.
Spielt dein Kind Minecraft am PC, läuft das über dasselbe Microsoft-Konto. Die Freigaben für das Online-Spiel erklärt die Seite Minecraft.
Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 08.10.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).
Quellen
- Microsoft-Hilfe: Family Safety einrichten
- Microsoft-Hilfe: Personen zur Familiengruppe hinzufügen
- Microsoft-Hilfe: Rollen und Berechtigungen
- Microsoft-Hilfe: Neues Microsoft-Konto erstellen
- Microsoft-Hilfe: Gerät mit einem Microsoft-Konto verbinden
- Microsoft-Hilfe: Benutzerkonten in Windows verwalten
- Microsoft-Hilfe: Länder mit gesetzlichen Altersgrenzen für Kinder
- Microsoft-Hilfe: Zustimmung der Eltern verwalten
- Microsoft-Hilfe: Bildschirmzeitlimits für Geräte
- Microsoft-Hilfe: App- und Spielelimits
- Microsoft-Hilfe: Apps blockieren oder entsperren
- Microsoft-Hilfe: Apps und Spiele filtern
- Microsoft-Hilfe: Websites und Suchen filtern
- Microsoft-Hilfe: Ausgabenlimits in Family Safety
- Microsoft-Hilfe: Aktivitätsberichte
- Microsoft-Hilfe: Problembehandlung Family Safety
- Microsoft-Hilfe: Für Erwachsene erzwungene Einstellungen
- Microsoft: Family Safety
- Microsoft: Ende von Standort und Fahrsicherheit (Archivkopie, englisch)
- App Store: Microsoft Family Safety (Versionsverlauf)
- Xbox: Family Hub
- FRITZ!: Kindersicherung einrichten
- medien-kindersicher.de: Kindersicherung für Windows 11