FSK-Altersfreigaben: was FSK 0, 6, 12, 16 und 18 bedeuten
Kurz gesagt
- Die FSK vergibt fünf Altersstufen für Filme und Serien: ab 0, 6, 12, 16 und „Keine Jugendfreigabe“, im Alltag FSK 18.
- Die Stufe ist ein Schutzmaßstab, keine Empfehlung. Sie sagt, ab wann ein Film Kinder nicht mehr beeinträchtigt, nicht, ob er für sie gut ist.
- FSK 12 im Kino: Kinder ab 6 dürfen mit Begleitung durch ein Elternteil oder eine erziehungsbeauftragte Person hinein. Das gilt nur bei FSK 12.
- Zu Hause entscheidest du. Die Altersgrenzen gelten für Kino, Handel und Anbieter, nicht für dein Wohnzimmer.
- Seit 2023 nennt die FSK bei Filmen und Serienfolgen ab 6 ein bis drei Zusatzhinweise, etwa „Bedrohung“ oder „Sprache“.
Darf mein Kind diesen Film schon sehen? Die FSK-Zahl auf Kinoplakat, DVD oder Streamingdienst ist die erste Antwort, die du bekommst. Diese Seite erklärt, was die fünf Stufen bedeuten, was im Kino gilt, was die Zusatzhinweise verraten und warum zu Hause du entscheidest.
FSK steht für Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Für Computerspiele ist die USK zuständig, siehe USK-Altersfreigaben verstehen.
Die fünf FSK-Stufen
| Stufe | Was die FSK dabei prüft |
|---|---|
| FSK 0 ohne Altersbeschränkung | Eine nachhaltig negative Wirkung ist für alle Altersgruppen ausgeschlossen. Kurze belastende Momente lösen sich schnell auf, etwa durch Humor |
| FSK 6 | Kinder verarbeiten Spannung besser, tauchen aber noch stark ein. Bedrohliche Momente sind eher kurz und gehen gut aus |
| FSK 12 | Gesellschaftlich wichtige Themen sind zumutbar. Problematisch sind Filme, die zur Identifikation mit zerstörerischen Figuren einladen |
| FSK 16 | Problematisch sind etwa Gewalt als Lösung von Konflikten, Diskriminierung oder politische Radikalisierung ohne kritische Einordnung |
| FSK 18 „Keine Jugendfreigabe“ | Der Film beeinträchtigt Jugendliche, ist aber nicht jugendgefährdend |
Wichtig für die Einordnung: Innerhalb einer Stufe prüft die FSK auf die jüngsten Jahrgänge hin. Ein Film ab 12 ist also mit Blick auf Zwölfjährige geprüft, nicht auf Vierzehnjährige. Die FSK betont selbst, dass ihre Freigaben keine pädagogischen Empfehlungen sind. Solche Empfehlungen nennt sie auf FLIMMO, kinofenster.de und kinderfilmwelt.de.
In Deutschland gelten nur FSK-Kennzeichen, nicht die Freigaben anderer Länder.
FSK 12 im Kino: ab 6 mit Begleitung
Im Kino darf ein Kind grundsätzlich nur Filme sehen, die für sein Alter freigegeben sind. Eine Ausnahme gibt es nur bei FSK 12: Laut § 11 des Jugendschutzgesetzes dürfen Kinder ab 6 Jahren mit, wenn eine personensorgeberechtigte oder erziehungsbeauftragte Person sie begleitet. Für Filme ab 6, 16 oder 18 gibt es diese Ausnahme nicht.
Erziehungsbeauftragt ist jede Person ab 18, der du die Aufsicht überträgst. Die FSK nennt als Beispiele volljährige Geschwister, Großeltern, Tante oder Onkel, Paten, befreundete Eltern und Nachbarn. Du musst also nicht selbst mit ins Kino. Viele Kinos bieten dafür einen „Elternzettel“ zum Herunterladen an. Ein bestimmtes Formular schreibt das Gesetz nicht vor.
Wie lange Kinder ohne Begleitung ins Kino dürfen
Unabhängig von der Altersstufe regelt das Gesetz, ab wann eine Begleitung nötig ist. Entscheidend ist, wann die Vorstellung endet:
| Alter | Begleitung nötig, wenn |
|---|---|
| unter 6 Jahre | immer |
| 6 bis 13 Jahre | die Vorstellung nach 20 Uhr endet |
| 14 und 15 Jahre | die Vorstellung nach 22 Uhr endet |
| 16 und 17 Jahre | die Vorstellung nach 24 Uhr endet |
Die Zusatzhinweise
Seit dem 1. Januar 2023 veröffentlicht die FSK zusätzlich zur Altersstufe die wesentlichen Gründe. Bei Filmen ab 60 Minuten und bei Serienfolgen sind es ein bis drei Stichworte. Bei FSK 0 gibt es keine. Die FSK nennt zum Beispiel „Bedrohung, belastende Szenen“ bei einem Film ab 6 oder „Drogenkonsum, Sprache“ bei einem Film ab 12.
Insgesamt gibt es zwölf Hinweise:
- Gewalt, Sexualisierte Gewalt, Bedrohung, Verletzung
- Ausgrenzung und Diskriminierung, etwa wegen Herkunft, Religion, Geschlecht oder Aussehen
- Sprache: beleidigend, vulgär oder sexualisiert
- Risikoverhalten und Selbstschädigung, auch Suizid und selbstverletzendes Verhalten
- Drogenkonsum, auch Missbrauch von Medikamenten und Alkohol
- Sexualität und Nacktheit
- Belastende Szenen und belastende Themen, zum Beispiel häusliche Gewalt oder Missbrauch
Du findest die Hinweise an der Kinokasse oder beim Online-Ticket, auf der Rückseite von DVD und Blu-ray und in der FSK-Freigabensuche. Sie nennen die wesentlichen Gründe, keine vollständige Liste aller Szenen. Rechtlich sind sie eine Selbstverpflichtung der Filmwirtschaft und nicht Teil der amtlichen Freigabe.
Zu Hause entscheidest du
Kinder dürfen Filme ohne passende Freigabe nicht kaufen und keine entsprechenden Vorstellungen besuchen. Was du deinem Kind zu Hause zeigst, regelt der Staat aber nicht, schreibt die FSK. Das ist dein Recht und deine Verantwortung.
Meine Einschätzung: Darf ein Zehnjähriger zu Hause einen Film ab 12 sehen? Rechtlich ist das deine Sache. Die Stufe sagt dir aber, dass der Film auf Zwölfjährige hin geprüft wurde. Die Zusatzhinweise helfen dir einzuschätzen, ob das, was den Film zu FSK 12 macht, für dein Kind ein Problem ist. Gemeinsam schauen ist dann oft der beste Weg.
Bei DVD und Blu-ray steht vorn immer die höchste Stufe aller Inhalte, also auch des Bonusmaterials.
Und im Fernsehen?
Für das Fernsehen gibt es Sendezeiten. Die FSK ordnet sie so zu: FSK 0 und 6 ohne Einschränkung, FSK 12 in der Regel zwischen 20 und 6 Uhr, FSK 16 zwischen 22 und 6 Uhr, FSK 18 zwischen 23 und 6 Uhr.
FSK bei Netflix, Disney+, Prime Video und YouTube
Die Kino-Ausnahme „FSK 12 ab 6 mit Begleitung“ gilt nur für öffentliche Filmvorführungen, nicht für Streaming. Online gilt der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Seit dem 1. Juni 2026 müssen Anbieter bei Filmen und Serien, die sie als eigene Inhalte anbieten, die Altersstufe deutlich sichtbar vor oder mit Beginn anzeigen. Auf die wesentlichen Gründe sollen sie ebenfalls hinweisen.
Woher die Stufe kommt, ist allerdings nicht immer zu erkennen, schreibt die FSK selbst. Im Zweifel hilft die Freigabensuche der FSK. Die Dienste im Einzelnen:
- Netflix nutzt in Deutschland die Stufen 0, 6, 12, 16 und 18. Die Einstufung stammt laut Netflix entweder von Netflix selbst oder von der zuständigen Stelle im Land.
- Disney+ nutzt ebenfalls 0, 6, 12, 16 und 18, festgelegt von Disney+ oder der Selbstkontrolle. Bei Serien zählt die Folge mit der höchsten Freigabe.
- Prime Video ordnet seine eigenen Gruppen den FSK-Stufen zu, etwa „Teenager 13+“ der Stufe 12.
- YouTube kennt keine FSK-Stufen. Es gibt nur die eigene Altersbeschränkung für Videos, die unter 18-Jährige und nicht angemeldete Nutzer nicht sehen.
Wie du die Altersstufen im Profil deines Kindes einstellst, steht unter Kindersicherung bei Netflix, Disney+ und Prime Video und YouTube kindersicher machen.
FSK 18, „Kein Kennzeichen“ und indiziert: der Unterschied
- FSK 18 ist eine Freigabe. Der Film ist geprüft und gekennzeichnet, aber nur für Erwachsene.
- „Kein Kennzeichen“ bekommt ein Film, den die FSK gar nicht kennzeichnen darf, etwa bei Pornografie oder jugendgefährdender Gewalt. Solche Filme dürfen nur Erwachsenen zugänglich sein.
- Indiziert ist ein Film, den die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz in ihre Liste jugendgefährdender Medien aufgenommen hat. Er darf an Erwachsene verkauft, aber nicht beworben und nicht dort angeboten werden, wo Kinder Zugang haben.
Ein Film mit FSK-Kennzeichen, auch ab 18, kann nicht indiziert werden. Eine Ausnahme sind Filme, die vor 2003 die alte Freigabe „nicht freigegeben unter 18 Jahren“ erhalten haben.
Wer bei der FSK entscheidet
Die Filmfirmen legen ihre Filme freiwillig vor. Laut FSK durchlaufen aber faktisch alle Filme, die in deutschen Kinos laufen, eine Prüfung. Geprüft wird in Ausschüssen mit drei bis sieben ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern, die nicht in der Filmwirtschaft arbeiten dürfen. Den Vorsitz haben Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden. Die Freigabe ist am Ende eine Entscheidung der Länder. 2025 hat die FSK 10.510 Freigaben erteilt. Bei Kinofilmen war „ab 12“ die häufigste Stufe.
Menüpfade und Angaben zuletzt geprüft am 08.10.2026. Hersteller ändern Menüs und Altersgrenzen regelmäßig. Wenn bei dir etwas anders aussieht, schreib mir bitte (Kontakt).
Quellen
- Jugendschutzgesetz § 1: Begriffsbestimmungen
- Jugendschutzgesetz § 11: Filmveranstaltungen
- Jugendschutzgesetz § 12: Bildträger
- Jugendschutzgesetz § 14: Kennzeichnung
- Jugendschutzgesetz § 15: Jugendgefährdende Medien
- Jugendschutzgesetz § 18: Liste jugendgefährdender Medien
- Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (in Kraft seit 01.12.2025, PDF)
- KJM: Alterseinstufung und Kennzeichnung
- KJM: Fragen zum 6. Medienänderungsstaatsvertrag
- BzKJ: Indizierung
- FSK: Informationen für Familien
- FSK: Altersstufen
- FSK: Zusatzhinweise
- FSK: Leitfaden Deskriptoren (PDF)
- FSK: Häufige Fragen
- FSK: Prüfverfahren
- FSK: Statistik 2025
- Netflix-Hilfe: Altersfreigaben
- Disney+-Hilfe: Altersfreigaben
- Prime Video-Hilfe: Alterseinstufungen
- YouTube-Hilfe: Altersbeschränkte Inhalte